Revision der DIN EN ISO 50001

Nachdem der Entwurf der neuen Version der ISO 50001 bereits im September 2017 veröffentlicht wurde, wird voraussichtlich noch im Sommer 2018 die endgültige Fassung erscheinen. Die Neufassung resultiert aus der turnusmäßigen Überprüfung, welcher sich Normen alle fünf Jahre unterziehen müssen. Wie bei anderen Managementsystemen wird nun auch das Energiemanagement an die High Level Structure angepasst, um eine bessere Kompatibilität zu anderen Systemen zu gewährleisten und um sicherzustellen, dass das EnMS strategisch in allen Bereichen des Unternehmens eingebunden wird. Aufgrund der gemeinsamen Grundstruktur erweitern sich somit auch die Anforderungen an das Energiemanagement.

Neu ist, dass nun auch für das Energiemanagement die betriebliche Umwelt an Bedeutung gewinnt. Hierbei müssen interne und externe Themen sowie alle interessierten Parteien, die im Zusammenhang mit den zu erreichenden Zielen des EnM stehen, genannt, dokumentiert und ihre Anforderungen erfasst werden. Aus dieser Analyse sollen sich im Anschluss Risiken und Chancen für das Unternehmen ableiten, welche ggf. bei der weiteren Planung zu berücksichtigen sind.

Im Gegensatz zur bisherigen Version der Norm ist es nicht mehr zwingend notwendig, dass seitens der obersten Leitung ein Energiemanagementbeauftragter berufen wird. Die Verantwortung für das operative Geschäft lastet nunmehr auf dem Energieteam, (kann auch nur aus einer Person bestehen) welches die oberste Leitung regelmäßig über die Wirksamkeit des EnMS informiert. Hierdurch steigen die Anforderungen an das oberste Management, sicherzustellen, dass die gesetzten Ziele erreicht sowie die gewünschten Ergebnisse erzielt werden.

Weiterhin wurden einige Begrifflichkeiten mit der Revision klarer definiert. Hierzu gehört auch der Punkt der energetischen Bewertung. Hier wird betont, dass nun für jeden wesentlichen Energieeinsatz die relevanten Variablen, die ihn beeinflussen könnten, die energiebezogene Leistung sowie die Personen mit Einflussnahme auf den wesentlichen Energieeinsatz bestimmt und dokumentiert werden müssen. Zudem wird die Bedeutung der Begriffe „Energieleistungskennzahlen“ und „energetische Ausgangsbasis“ jetzt klarer dargestellt. Darüber hinaus wird der in der alten Version geforderte „Plan zur Energiemessung“ in der neuen Version als „Plan zur Energiedatensammlung“ konkretisiert. Hier wird nun genau festgelegt welche Daten erhoben und als dokumentierte Information aufbewahrt werden müssen.

Wie bei allen Normen beträgt die Umstellungsfrist drei Jahre. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die Umstellungsfrist bereits mit dem Erscheinen der internationalen Fassung beginnt. Wir empfehlen allen Unternehmen ihr EnMS frühzeitig an den neuen Standard anzupassen und sich mit neuen Begriffen und Anforderungen vertraut zu machen. Gerne stehen wir Ihnen hierbei beratend zur Seite.

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